Unsere Projekte

Krankenstation in Papiu Kayanaú und Gemeindehäuser bei Sao Gabriel da Cachoeira


..für die gesundheitliche Versorgung bzw. als Stätten der Bildung, Kulturpflege und Zusammenkunft, sowie als Zeichen der Präsenz und so zum Schutz vor Invasoren 




Rechtsbeistand





Rechtliche Vertretung der Indianer, zur Verteidigung gegen Übergriffe von Rohstoff- und Bergbaukonzernen, Holzfällern, Staudammprojekten und Goldsuchern




Kulturförderung





Förderung der Wiedererlangung bereits verlorengegangener Kulturgüter bei den Reservatsindianern Pataxó HaHaHae in Bahia




Unsere Projekte

Projekt 1: Renovierung der Krankenstation in Papiu Kayanaú


Christina Haverkamp, die ehemalige Reisegefährtin von Rüdiger Nehberg, hat im Gebiet der Yanomami in Nordwestbrasilien drei Krankenstationen aufgebaut. Diese sind zum Teil renovierungsbedürftig geworden. Derzeit unterstützen wir die Renovierung der Krankenstation in Papiu Kayanaú.. Dies gelingt uns vor allem mit Hilfe von Geldern der Oswald-Siftung Pfarrkirchen.

Projekt 2: Bau von Gemeindehäusern bei Sao Gabriel da Cachoeira - Amazonien


Obwohl es in Brasilien Gesetze gibt, die den Schutz der bereits ausgewiesenen indianischen Territorien gewährleisten sollen, ist das Land der indigenen Bevölkerung stark bedroht. Zwar wurden große Gebiete formell den Indianern wieder zugesprochen, nicht aber das Eigentum an den darunter liegenden Bodenschätzen.

Zudem versuchen religiöse Sekten, Einfluss auf die indigene Kultur zu nehmen. Im Gegensatz zur aktuellen Vorgehensweise der Katholischen Kirche, die den Begriff der Mission heute nicht mehr als „Bekehrung“ versteht, sind verschiedene andere religiöse Gruppierungen dabei, die indigene Spiritualität zu eliminieren.

Aufgrund der Größe des Amazonasgebietes fällt es sowohl Sekten als auch den Mitarbeitern von Konzernen zur Gewinnung von Rohstoffen wie Holz und Mineralien leicht, sich der indigenen Bevölkerung und ihres Landes zu ermächtigen, ohne dass jemand Notiz davon nimmt. Noch heute wird im Amazonasgebiet dem Leben eines Indianers weniger Wert begemessen als dem Leben eines Weißen.

 

Durch den Bau von stabilen Häusern kann ein Zeichen gesetzt werden, dass das indigene Land der betreffenden Region bereits unter der Obhut einer Gemeinschaft steht, die das indigene Leben schützen will und dass bei einer Verwüstung die Öffentlichkeit davon erfahren wird. Die Botschaft lautet: „Hier kann nicht ohne Konsequenzen gerodet und gebrandschatzt werden.“ Gerade die aktuelle politische Situation in Brasilien rückt diesen Aspekt wieder ins Zentrum der Betrachtung.

Diese Häuser sind zum Teil die einzigen stabilen Gebäude in den Gemeinden und dienen je nach Bedarf gleichzeitig als Schulen, Gesundheitsstationen, Kirchen, Versammlungshäuser oder als Unterkunft für Gäste aus anderen Stämmen und auch Anthropologen. Die Häuser sollen den Indianern helfen, sich zu formieren und den Kontakt zu anderen Stämmen auszubauen. Die Indianer sollen dort auch geschult und darauf vorbereitet werden, sich gegen die Invasion von Konzernen und das Eintreffen von Sekten zu wappnen.

 

Vor allem dank der großzügigen Unterstützung durch die Oswaldstiftung aus Pfarrkirchen und den Lions-Club Rottal-Inn konnten bereits acht Gemeindehäusern gebaut werden, drei andere Gebäude wurden renoviert.

 

Das erste solche Gemeindehaus („Centro Comunitário“), das mit der Hilfe des Vereins fertig gestellt wurde, entstand in der Comunidade Boa Esperanca (Ethnien: v.a. Tukano und Baré). Diese Gemeinde ist nur 7 km von der noch mit einem größeren Boot erreichbaren Kleinstadt São Gabriel da Cachoeira entfernt, was die Arbeiten vor Ort erleichterte.


Konstruktion des Gemeindehauses in Boa Esperanca, Amazonien, 2018

Weitere Gemeindehäuser entstanden in sehr entlegenen Urwaldgemeinden:

 

3 Häuser wurden am Rio Icana gebaut (Grenzfluss zu Kolumbien, Ethnie: Baniwa),

1 Haus entstand am Rio Negro (Ethnie Baré),

1 Haus am Rio Walpes (Ethnie Tukano),

1 Haus am Rio Tiquié in Pari-Cachoeira (Ethnie Tukano),

1 Haus bei Yauaretê (Ethnie Hupda,).


Ein Gebäude am Alto Rio Negro und zwei am Baixo Rio Negro wurden renoviert.

Projekt 1: wo und für wen?


Ort: Kayanaú, Amazonien

Stämme: Yanomami



Projekt 2: wo und für wen?


Ort: Diözese Sao Gabriel da Cachoeira, Amazonien


Stämme: 28 verschiedene Ethnien,

darunter Yanomami, Tukano, Baniwa, Hupda, Tariano, Baré, Arapasso...



Projekt 3: Rechtsbeistand


Obwohl es in Brasilien Gesetze zum Schutz der indigenen Bevölkerung gibt, sind diese in der Praxis häufig von nur geringer Bedeutung. Die Indianer selbst haben in der Regel weder die finanziellen Mittel, um für ihre Rechte einzutreten, noch wissen sie ausreichend über diese Bescheid.

Damit es den Indianern gelingen kann, erfolgreich für ihr Land und Leben zu kämpfen, ist es notwendig, sie auf dem Weg zu juristischen Klagen zu begleiten und Ihnen Rechtsanwälte zur Seite zu stellen.

Wir werden diesbezüglich mit dem CIMI (Conselho Indigenista Missionário), dem indigenen Missionsrat, zusammenarbeiten, der sich seit langem für die Rechte der indigenen Bevölkerung einsetzt. Der CIMI wurde 1972 gegründet und steht mit der Nationalen Bischofskonferenz Brasiliens in Verbindung. Aktueller Präsident ist Dom Roque Paloschi, Nachfolger von Erwin Kräutler.

Abgebranntes Gebäude der indigenen Organisation FOIRN in Sao Gabriel da Cachoeira nach einem Brandanschlag 2014

Projekt 3: wo und für wen?


Ort: ganz Brasilien, v.a. Amazonien


Stämme: keine Einschränkung



Projekt 4: Kulturföderung bei den Pataxó HaHaHae


Nachdem den Pataxó HaHaHae Land in einem Reservat im Bundesstaat Bahia zugesprochen wurde, sind sie dabei, ihre zum Teil verloren gegangene Kultur zu rekonstruieren.


Die Pataxó-HãHãHãe-Indianer blicken auf eine sehr bewegte Geschichte zurück. Als „Arawak“ (fliegender Vogel) uns über die Geschichte seines Volkes berichtet, übersetzt er uns zunächst den Ausdruck „HãHãHãe“. Er bedeute „Viele Völker“, denn die Pataxó HãHãHãe setzen sich aus Mitgliedern unterschiedlicher Stämme zusammen.

Das Land der Pataxó HãHãHãe liegt im brasilianischen Bundesstaat Bahia. Die hier lebenden Indianer wurden – wie die meisten indigenen Völker – entweder aus ihrer angestammten Heimat vertrieben oder sie flohen, weil man versuchte, sie zu Arbeitssklaven zu degradieren. Auf der Suche nach Arbeit zerstreuten sie sich in den Weiten Brasiliens. Die meisten von ihnen verdingten sich auf Farmen oder in Viehzuchtbetrieben, wo sie oft aus Angst vor Verfolgung ihre indigene Abstammung verleugneten:

1920 wurde ihnen ein Stück Land auf dem Gebiet des heutigen Reservats nahe der Ortschaft Pau Brasil zugesprochen. Sieben indigene Stämme siedelten sich daraufhin hier an. Dabei erhielten die Indianer die Unterstützung des brasilianischen Heeres.

1940 verpachtete die zum Schutz der Indianer gegründete Organisation SPI (Vorgänger der FUNAI) Teile des Reservats an Farmer und Viehzüchter, um mit dem Geld die Indianer zu versorgen. Doch die Farmer und Viehzüchter betrachteten das Land daraufhin als ihr Eigentum. Sie bedrohten die Indianer. Arawak erinnert sich daran, dass man zu seinem Vater sagte, sie würden ihn töten, wenn er und seine Familie das Land nicht verlassen würden. So flüchteten sie 1964 erneut, diesmal in die Region von Porto Seguro, da es dort viel Wild und Fisch gab. Doch Arawaks Familie erkrankte an Typhus und die Überlebenden brachen abermals auf, um sich woanders anzusiedeln.

Nachdem sich die Rechtslage bei Pau Brasil verbessert hatte, machte sich die Anthropologin Maria Ilda auf die Suche nach den Nachkommen der einst geflohenen Indianer. Es gelang ihr, einige indianische Familien ausfindig zu machen. Arawak erzählt, dass diese Familien oftmals wiederum selbst Kenntnis über den Verbleib weiterer Stammesgenossen gehabt hätten, so dass eine beträchtliche Anzahl an Indianern von der Möglichkeit der Rückkehr auf ihr Land erfuhr. So machten sich 1982 Angehörige verschiedener Stämme auf den Weg zurück: unter ihnen Pataxó, Tupinamba und Sapuia… Angehörige des einst in diesem Gebiet ansässigen Stammes der Camacan-Indianer hätten sich der Bewegung angeschlossen. Arawak erinnert sich gut an den 23. Mai im Jahr 1982, als er zusammen mit vier, fünf anderen Familien (ca. 100 Personen) in der wiedergewonnenen Heimat ankam. „Wir errichteten einfache Unterkünfte, die mit Palmblättern eingedeckt waren.“

Leider verbesserte sich die Lage der Indianer durch den Einzug in ihr angestammtes Land nicht unmittelbar. Die Farmer wollten auf das Land nicht verzichten. Rechtlich war es zwar das Eigentum der Indianer, die weißen Farmer aber hatten Gebäude, Zäune usw. darauf errichtet und erhoben Anspruch auf dieses Vermögen. Es kam zu Drohungen, Anschlägen und Morden. Arawak berichtet, dass in dieser Zeit viele indianische Führer getötet wurden. Immer wieder seien Polizisten unangemeldet in die Häuser eingedrungen und hätten nach Waffen gesucht. „Es herrschte ein Klima der Angst.“ Erst 2006 beruhigten sich die Spannungen zwischen den Weißen und den Indianern.

2012 wurden die Eigentumstitel der Farmer und Viehzüchter annulliert. Nach der Wahl des neuen brasilianischen Präsidenten Bolsonaro 2018 flammten die Hoffnungen der weißen Farmer, vom Land der Pataxó HãHãHãe Besitz zu ergreifen, erneut auf. Wieder wurden die Indianer bedroht und als Banditen, Landräuber, faules Pack usw. beschimpft. Doch der neue Konflikt war nur von kurze Dauer.


Heute stehen die Pataxó HãHãHãe vor der Herausforderung, ihre alte Kultur wiederzubeleben. Zum kulturellen Austausch finden Treffen mit anderen Stämmen statt, in der Schule des Reservats werden Grundkenntnisse der alten Stammessprache unterrichtet, doch es besteht weiterer Forschungsbedarf. Ein spezieller Gesang, der bei vielen öffentlichen Anlässen gesungen wird, soll den Zusammenhalt der indigenen Gemeinschaft stärken.                   

Projekt 4. wo und für wen?


Ort: Bahia, Brasilien


Stämme: Pataxó HaHaHae



Vereinsregisternummer: VR 201 002

Spendenkonto: IBAN DE91 7435 1430 0010 4555 33

BIC: BYLADEM1EGF

bei der Sparkasse Rottal-Inn


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